Sternchen Häusliche

Kinderkrankenpflege GmbH

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 Pflegemodell, Pflegedokumentation und Pflegekonzept

Pflegemodell

Das Leitbild setzten wir in der Pflege durch Anwendung des "AEDL-Strukturierungsmodells" von Monika Krohwinkel um. Dies bedeutet für uns, dass das pflegerische Handeln an den körperlichen, geistigen, psychischen und sozialen Fähigkeiten und Bedürfnissen der kranken Kinder und Jugendlichen ausgerichtet ist. Hierzu gehört auch die Einbeziehung der aktuellen pflegewissenschaftlichen Erkenntnisse. Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Verrichtung des täglichen Lebens der Kinder werden bei der Förderung zur Selbständigkeit mit einbezogen. Das AEDL-Strukturierungsmodell setzt die pflegerischen Bedürfnisse in Zusammenhang mit den Lebensaktivitäten, es betrachtet die einzelnen Lebensaktivitäten eines Menschen in der Gesamtheit und in der Wechselwirkung zueinander. Es werden bei dem Modell 13 Bereiche als Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens unterschieden, hierzu gehören z.B. Kommunikation, Bewegung, Essen und Trinken, Schlafen usw.

Unsere Pflegekräfte respektieren die Privatsphäre und Individualität der Familie. Die vorhandenen Ressourcen zur Selbstpflege werden erhalten oder gefördert. Dies wird durch eine ganzheitlich-fördernde Prozesspflege erreicht. Das zentrale Interesse hierbei ist auf das kranke Kind mit seinen pflegerischen Bedürfnissen, Problemen und seinen Fähigkeiten gerichtet. Das primäre pflegerische Ziel ist die Erhaltung, Förderung oder das Wiedererlangen von Unabhängigkeit. Das Kind, der Jugendliche soll sich bei den Lebensaktivitäten wohlfühlen und existentielle Erfahrungen machen. Dazu werden die Probleme und Bedürfnisse und vor allem die Fähigkeiten des kranken Patienten als Grundlage der Pflegeplanung vom Pflegepersonal erfasst.

Das AEDL-Strukturierungsmodell wir durch Pflegestandards konkretisiert und in der tägl. Pflege umgesetzt. Die Pflegestandards basieren auf den Expertenstandards des DNQP. Anfang 2015 wurden diese im wesentlichen auf Erwachsene bezogene Standards, vom Bundesverband Häuslicher Kinderkrankenpflege für die häusliche Kinderkrankenpflege, angepasst und stehen somit zum Einsatz zur Verfügung.

Pflegedokumentation

Wir setzen die Pflegedokumentation des Bundesverbandes Häuslicher Kinderkrankenpflege (BHK) ein, die sich speziell auf die Versorgung und auf Besonderheiten von kranken Kindern und Jugendlichen bezieht. Hierbei wird für jeden Patienten individuell festgelegte Schritte des Pflegeprozesses dokumentiert. Die Pflegedokumentation ist ein zentrales Instrument der professionellen Pflege. Der Pflegeprozess beginnt mit der Informationssammlung beim Erstkontakt in der Familie und endet mit dem Vertragsende zwischen Pflegedienst und Familie. In Zusammenarbeit mit den Eltern, unter Einbeziehung der medizinisch-therapeutischen Notwendigkeiten formulieren wir für jeden Patienten Pflegeziele. Dazu werden alle Information zur Familiensituation, Biographie und aktuelle Lebensumstände berücksichtigt und auf dieser Grundlage Pflege- und Betreuungsmaßnahmen geplant. Die lückenlose Dokumentation gewährt die Weitergabe von Informationen und kontinuierliche Versorgung des Patienten. Die Ergebnisse der Pflegemaßnahmen werden regelmäßig ausgewertet, Ziele und Maßnahmen werden angepasst. Bei allem werden Eltern und Familienmitglieder einbezogen.


Pflegekonzept

Wir wenden das Konzept der Bezugspflege an. "Bezugspflege" bedeutet, dass eine Pflegekraft in Absprache mit der Pflegedienstleitung die zentrale Ansprechpartnerin für die Familie ist. Gemeinsam mit den Eltern werden Pflegeziele formuliert und regelmäßig überprüft. Sie ist zentrale Ansprechpartnerin für Familie, Ärzten und Therapeuten. Es wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut und hohe Kontinuität in der Pflege möglich. Trotz einer zentralen Ansprechpartnerin sind alle im Team gleichberechtigt, das Vertrauensverhältnis im gesamten Team und zur Familie und von der Familie zu allen Mitarbeitern ist Basis für gute qualitative Arbeit.                                                                                                      Wir betreuen Kinder die "dauerhafte Pflege" benötigen, bei denen ein Rückzug aus der Versorgung nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. In der Regel sind hier keine 24 Stunden Anwesenheit des Pflegedienstes mehr nötig, aber eine regelmäßige reduzierte Anzahl an Stunden. Häufig sind hierbei Kindergarten- oder Schulbegleitung aus medizinischer Sicht nötig. Hierzu zählen z. B. Diagnosen wie angeborene Syndrome oder Fehlbildungen, onkologische Erkrankungen, schwere neurologische oder zerebrale Erkrankungen. Ein ganz besondere Schwerpunkt liegt in der "Rückzugspflege", diese betrifft alle Kinder und Jugendliche, bei denen sich der Pflegedienst allmählich aus der oft mit 24 Stunden beginnenden Versorgung zurückzieht. Die Eltern werden hierbei von den Kinderkrankenschwestern/-pfleger solange angeleitet, bis Sie ihr Kind eigenständig und komplett versorgen können. Dieses geschieht nicht von heute auf morgen, sondern wird Schrittweise von der Stundenanzahl die der Pflegedienst bei ihnen ist reduziert. Hierzu ist es notwendig, dass die Eltern die nötige Pflegekompetenz erlernen und die Stabilisierung des Kindes gegeben ist. Die Dauer der Rückzugspflege liegt in der Regel zwischen 3 bis 6 Monaten, je nach Krankheitszustand des Kindes aber auch länger oder kürzer. Dies geschieht immer in Absprache mit Eltern, Ärzten, Kostenträgern und den Pflegekräften. Rückzugspflege wird bei Diagnosen wie angeborenen Syndromen oder Fehlbildungen, Stoffwechselerkrankungen, bei ehemaligen Frühgeborenen und weiteren Diagnosen erbracht.